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Es ist Juli 2023, Finanzminister Linder pocht auf das Einhalten der Schuldenbremse. Die Ampel plant umfassende Kürzungen in der breite der Zivilgesellschaft. Auch beim KJP - dem Kinder- und Jugendplan des Bundes, der die Träger der Kinder- und Jugendhilfe finanziert - sollen knapp 20% gekürzt werden. Ein Tabubruch, der nicht so hingenommen werden kann. Und eine klare Aufgabe an die Kommunikationsabteilung: setzt eine Kampagne auf, mit der wir die Kürzungen abwenden.
Schnell war klar, dass die Kampagne in einer dynamischen Situation verschiedene Eskalationsschritte benötigt, eine hohe Reaktionsfähigkeit auf aktuelle Entwicklungen braucht und mit geringer finanzieller Ressource auskommen muss. Ich konzipierte diese drei Eskalationsstufen: 
1. Politik auf Freizeit. Im Sommer sind Jugendverbände draußen aktiv. Sie gehen auf Freizeiten und veranstalten Aktionen in der ganzen Bundesrepublik. Für uns als Dachverband von 51 Mitgliedsorganisationen, in denen sechs Millionen junge Menschen engagiert sind liegt hier die große Kraft. Mit einem elaborierten Kommunikationskit ermöglichten wir es den Jugendstrukturen vor Ort in einfachen Schritten, ihre Abgeordneten zu finden, einzuladen, Gespräche zu führen und die Vielfalt ihres Ehrenamts zu zeigen.
2. Vielfalt im Postfach. Von der Jugendfeuerwehr über die Pfadfinder*innen zu der Queeren Jugend Lambda, der BUNDJugend und den Falken. Jugendverbände sind vielfältige demokratische Strukturen. Um in den wichtigen Phasen der Haushaltsverhandlungen zum KJP auf die Agenda der Bundestagsabgeordnetenbüros zu gelangen wurde eine Mailingaktion von allen Bundesverbänden durchgeführt. So konzipiert, dass sie von allen Kolleg*innen wenig Arbeitszeit beansprucht, durch die Firewall des Bundestags dringt und die Auswirkungen in der Breite der Jugend zeigt. Hier kann nur so viel gesagt werden: die Aktion war ein voller Erfolg!
3. Demo am Weltkindertag. Auch die Träger*innen der KJP-Förderung suchten den Schulterschluss und formierten die initiativeKJP. Ein Bündnis, mit dem geschlossen zu Themen der Förderung gesprochen wird. Die Kürzung drohte Wirklichkeit zu werden. Am Mittwoch, den 20. September 2023 im Familienausschuss. Ausgerechnet am Weltkindertag soll bei den Kindern gekürzt werden. Zeit für Eskalationsschritt drei! Unter dem Motto „Eure Entscheidung lässt Millionen Zukünfte Platzen“ reisten über 3.000 Menschen kurzfristig nach Berlin, um an einem Werktag gemeinsam auf die Straße zu gehen. Wir waren Laut, wir waren Sichtbar, wir ließen es knallen! Mit tausende Luftballons dir gleichzeitig platzten, wie die Vielzahl möglicher Zukünfte, die jungen Menschen genommen werden sollten.
Und mit Erfolg! Im parlamentarischen Verfahren wurden die Kürzungen zurückgenommen. Nicht nur das, der Bundesjugendring erfuhr einen zusätzlichen Aufwuchs um eine Millionen Euro.
© Deutscher Bundesjugendring
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